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Mit dem Fahrrad auf Favignana

Wunderschöne Favignana, Schmetterling der Ägadischen Inseln, kleine Edelsteine eingefasst in diesem großen Juwel reich an Kultur und Farben, den wir Mittelmeer nennen.

favignana cala rossa

Cala Rossa

Diese Strecke mit dem Fahrrad zu fahren ist nicht unbedingt eine Alternative: Es ist praktisch das einzig nutzbare Fortbewegungsmittel auf der Insel, abgesehen von Booten, da Quad hier gefährlich sind, ganz zu schweigen von Motorrädern.
Das Fahrrad ist der erste Bewohner der Insel, wie man sofort errät, wenn man von der Fähre steigt, denn die ersten Menschen, die man erspäht sind abgesehen von Fischern die Fahrradvermieter.
Neben der reichen Natur erblühen hier kleine Fahrradläden, die jede Art Fahrrad vermieten: Mountain bike, city bike… Einfach das Fahrrad aussuchen das zu einem passt, und auf zur Entdeckungsreise!
Zum Glück ist es hier ruhig, ökologisch, bequem obwohl bewirtschaftet (und nicht überwirtschaftet) und das Fahrrad ist somit das beste Mittel um Favignana zu besichtigen, seine fantastischen Buchten (wie Cala Rossa und Cala Azzurra, um die zwei attraktivsten zu nennen) sowie die Tuffstein-Höhlen (wie jene zwischen dem Gebiet Blue Marino und Cala Rossa), die auf der Insel in großer Zahl zu finden sind sowie auch die atemberaubende Klippen.

Auch wenn der erste Strand gleich an das bewohnte Zentrum (Lido Burrone) grenzt, gebt euch mit dieser ersten Möglichkeit nicht zufrieden und sucht weiter. Dieser sehr stark besuchte Strand ist bloß der erste von vielen, einige sind nicht einmal eingezeichnet… ganz zu schweigen von jenen, die nur die Inselbewohner kennen und die deren Position um nichts in der Welt preisgeben.
Gönnt euch also den ersten Sprung ins Meer am Lido Burrone, aber fahrt weiter… Favignana ist sehr klein mit einem Umfang von knapp 33 km, habt aber dennoch keine Eile die Insel in einem Nachmittag abzufahren: Nehmt euch zwei Tage für die zwei Inselhälften und sucht nach eurem eigenen Stück Paradies.

Dieser mediterrane Kreuzweg, ein kleiner wenig bekannter sizilianischer Anlegeplatz im kristallklaren Meer ist die perfekte Insel um den Fahrradtourismus für sich zu entdecken.
Ein Fahrradtourist auf Favignana zu sein, ist eine optimale Wahl, denn nur so hat man gewisse Vorteile, die man ohne das Fahrrad nicht hätte: die Unabhängigkeit sich fortzubewegen, die Möglichkeit versteckte Strände zu finden, die zu unerwarteten Zielen werden… sanfte Kurven, einige unterhaltsame Nebenwege, auf einer Route die fast komplett flach ist, abgesehen von der Umgebung des höchsten (und einzigen) Berges der Insel, Santa Caterina, ein Koloss von 300 Metern, der auf dieser kleinen Insel sitzt.
Die Fahrradroute führt entlang der Küste, ist kurvig fast wie die Flügel eines Schmetterlings, aber das sollte den Fahrradneuling nicht erschrecken: Die Fahrradtour auf der Insel ist geeignet für jedermann, angefangen bei mir, die ich noch nie eine Reise mit dem Fahrrad unternommen habe.
Wenn ihr jedoch Profis seid, wir diese Route für euch ein Spaziergang im Park sein und ihr könnt all eure Aufmerksamkeit dem Meer widmen.
Gleich 10 Minuten nach dem kleinen Hauptplatz von Favignana fahrt ihr über die Via Badia, an der exquisiten Gastronomie Badia vorbei, wo ihr euch ein Lunch-Paket kaufen könnt (sehr empfehlenswert ist die Caponata! aber lasst euch vom freundlichen Wirt helfen, der euch auch glutenfreie Gerichte serviert) und startet eure Inseltour.
Die Straße führt euch ans Meer bis zu einer Gabelung, wo man sich aussuchen kann ob man nach rechts, Richtung Klippen, oder nach links zu den bekannteren Stränden möchte.
Ich habe mich für die linke Seite entschieden und habe meinen ersten Tag wie folgt erlebt:
Lido Burrone, sehr beliebter Sandstrand mit wenig Ausstattung, einer Bar und ein paar Sonnenschirmen; es ist kein Strand einer verlassenen Insel, aber es gibt ein paar kleine Buchten und Brücken, wo man baden und auch einen Sprung ins Meer wagen kann: das Wasser ist kristallklar!
Cala Azzurra, ein kleiner Strand mit Felsenriff. Man kann die Fahrräder bei einer kleinen Bar lassen und geht dann 50 Meter abwärts, wo das Wasser wirklich blau ist und wo es nicht einfach ist, einen Platz zu finden, denn die Sandseite ist sehr klein und der restliche Strand besteht aus Klippen und etwas hässlichem Gewächs. Es ist es allerdings absolut wert!
Cala Rossa, ein sehr romantisches Felsenriff, etwas unbequem um dort zu baden aber man sollte es ausprobieren. Es gibt hier sehr viel Wind, daher ist es empfehlenswert vormittags herzukommen, bevor es gefährlich wird, ins Wasser zu springen; das Gebiet rundherum kann man auch ohne das Fahrrad erforschen, man lässt es einfach hinter sich und macht einen kleinen Spaziergang, es ist hier reich an einsamen Ecken, wo man auf einem Felsen ein Buch lesen, sich sonnen kann und man sogar einige Tuffstein-Höhlen vorfindet.
Bue Marino und Scalo Cavallo sind Felsenriffe wo es nicht möglich ist, ins Wasser zu springen. Entlang der Route die zurück zum Ort Favignana führt, haltet an, um euch eine Orangen-Zitronen-Gramolata am Fruit bar zu gönnen… es ist nicht schwer, sie zu finden, denn es ist ein Kiosk in Form einer Orange mitten auf der Straße: spektakulär, und eine Gramolata ist perfekt nach einem Tag auf dem Fahrrad!
Am 2. Tag, auch wenn die Verführung groß war, wieder zurück zu den wunderschönen Stränden des Vortages (wie kann man bloss nein zur Cala Azzurra sagen?), bin ich auf die rechte Seite und entlang der einzigen und sehr ruhigen Straße gefahren.
Auf der einen Seite kleine Häuser, Felder und den rar grünen Landschaften der Insel und auf der anderen Seite wunderschöne Buchten, eine nach der anderen, wo man ständig anhalten will, führt diese Straße nach Punta Lunga.
Ich sage euch nichts genaueres, aber hier habe ich meinen persönlichen Paradieswinkel gefunden: Ruhiges und transparentes Wasser, eine sehr kleine Bucht, ein Felsenarm und ein bisschen Sand und Kies, perfekt!

Weiter vorne trifft man auf eine Gabelung: auf der einen Seite der Tunnel, der den Berg Santa Cristina durchquert, auf der anderen einen Panoramaweg, der zur Zeit meiner Reise aufgrund von Steinschlaggefahr für den Verkehr geschlossen war. Mit etwas Bammel und offenen Augen habe ich letzteren gewählt, das Fahrrad kam bequem an der Absperrung vorbei und somit musste ich nicht durch den von Autos befahrenen Tunnel fahren.
Die Straße führt weiter nach Cala Rotonda, wo man einige Spuren des Tourismus findet, so das Feriendorf Villaggio l’Approdo di Ulisse, das meines Erachtens nicht zu dieser Insel passt.
Man fährt weiter Richtung Cala Grande, und man erreicht Punta Longa mit seinem Felsenriff und dem Leuchtturm, das von weit weg an eine Postkarte erinnert… von der Nähe betrachtet etwas weniger, denn leider ist diese Umgebung etwas im Stich gelassen und vom Militär besiedelt worden. Man kann sich daher nicht allzu sehr nähern.

Man folgt der Strecke weiter zu den Klippen, über die Straße, die zu einem Schotter- und schließlich Steinweg wird. Von den Klippen kann man mit einem Mountainbike zurück in den Ort fahren. Ich als Anfängerin mit meinem Citybike bin nicht sehr weit gekommen… und sehr viel Neugier ist in mir geblieben.

Als ich zurück ins Dorf fuhr, abends, bergab zwischen den Weiten und den typischen würfelförmigen Häusern hatte ich das wunderschöne Gefühl, noch nie zuvor eine Reise so sehr genossen zu haben wie diese.
Es reicht wenig Geld: 3 bis 5 Euro pro Tag für das Fahrrad, je länger man das Rad mietet umso weniger kostet es in Proportionen, viel Wasser und ein Lunch-Paket: mehr braucht man nicht, an den Rest denkt Mutter Natur, die euch einen Traum für offene Augen garantiert.
Widmet jeder Inselhälfte mindestens einen vollen Tag. Am Abend fährt man etwas müde zurück ins Dorf aber man ist sehr glücklich über die Schönheit die man gesehen und erlebt hat, vor allem nach einem Teller Busiate al Pesto Favignanese zum Abendbrot. Misst es nicht!

PS: Reserviert euch auch einen Tag für eine Bootstour in Marettimo mit ihren spektakulären Grotten, aber hier sind wir schon off-topic!

Landkarte

Höhenprofil

Favignana mit dem Fahrrad Hoehenprofil

Traccia GPX | Traccia KML

Punta Sottile

Punta Sottile

Cala Grande

verso Cala Grande

Lido Burrone

Lido Burrone

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