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Der Frankenweg – mit dem Fahrrad von Fidenza nach Rom

Frankenweg mit dem Fahrrad

Historische Wurzeln des Frankenwegs

Die Frankenstraße ist eine alte, 1800 kilometerlange Pilgerstraße, die Canterbury und Rom verbindet; Grabmal der Apostel Petrus und Paulus und Wahrzeichen des Christentums. Im Mittelalter wurde dieser Weg nicht nur von Pilgern, sondern auch von Händlern so wie zu Heereszwecken genutzt. Aufgrund der Kriege und Naturkatastrophen, die sich auf dem Gebiet ausgebreitet hatten, gibt es heute keinen eindeutige Route, sondern mehrere Varianten der Frankenstraße.
Die älteste Variante und somit historischer Zeuge der Existenz der Frankenstraße ist jene von Sigerich dem Ernsten, Erzbischof von Canterbury, der über die Frankenstraße 990 nach Christus zum Papst Johannes XV gelangt ist, um den Bischofsmantel entgegenzunehmen. Die Strecke, die Sigerich in seinem Tagebuch auf 79 Etappen aufgeteilt hat, wurde vom Europäischen Rat offiziell als Weg nach Rom anerkannt. Das Dokument ist noch heute in der British Library in London einsehbar.

Italienischer Teil

Die Frankenstraße ist ursprünglich ein für Fußgänger gedachter Pilgerweg, der hauptsächlich aus Feldwegen und Nebenstraßen besteht. Er kann allerdings auch mit dem Fahrrad genutzt werden, man informiert sich allerdings besser über die Straßenbedingungen.

Die Strecke in Italien ist auf 23 Etappen von circa 40 km aufteilbar. Es ist empfehlenswert eine detaillierte Karte mit einem Mindestmaßstab von 1:250.000 dabei zu haben.

Unterschiede zum Jakobsweg

WegschildeDer Weg ist mangelhaft beschildert, die Wegweiser widersprechen sich oft im französischen Teil, und Hinweise für Fahrradreisende fehlen praktisch komplett. Wenn man um eine Auskunft bittet, hat man oft den Eindruck, dass die Frankenstraße bei den Einheimischen nicht sehr bekannt ist, denn diese wissen den Pilgern oft nicht zu helfen
Es ist schwieriger eine Unterkunft zu finden.
Man begegnet wenigen Pilgern auf der Frankenstraße. Noch sind es nicht viele.

Akkreditiv des Pilgers

Das Akkreditiv des Pilgers ist ein persönliches Beglaubigungsschreiben, das die unternommene Pilgerreise bestätigt. Ausgefüllt und unterschrieben von Pfarren und Gemeinden könnt ihr mit diesem Schreiben spezielle Tarife in gewissen Einrichtungen bekommen. Es ist ganz simpel. Einfach auf diesen Link klicken und das Formular ausfüllen.

Akkreditiv des Pilgers

Wo kann man an der Frankenstraße übernachten

Entlang der Straße gibt es diverse Unterkünfte für Pilger: Unterkünfte die von religiösen Kongregationen geleitet werden, Klöster, Hostels und Hotels. Viele dieser Einrichtungen sind nur im Sommer geöffnet und in gewissen Teilen der Strecke gibt es daher keine Übernachtungsmöglichkeiten in den verbleibenden Monaten. Die Situation ist allerdings auf dem Weg der Besserung, dank des Vereins Associazione Via Fracigene, der in letzte Monaten alle Daten der Unterkünfte gesammelt und samt der Telefonnummern dieser oft religiösen Einrichtungen, die für nur wenige Euro ein Bett und eine Dusche zur Verfügung stellen, online gestellt hat. In einigen Einrichtungen bekommt man sogar Frühstück und Abendessen serviert.

Pilger-Testimonium

Jene Pilger die mindestens die letzten 100 km der Frankenstraße zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück legen und das Pilger-Akkreditiv mit den diversen Stempeln vorweisen können, bekommen vom Erzbischof ein Testimonium ausgestellt, welches die zurückgelegte Pilgerreise beglaubigt. Um es zu erhalten muss man im Petersdom nach Don Vercesi fragen, Beauftragter der Pilger in Rom. Es ist damit außerdem eine Führung zur Krypta und zum Grab des Heiligen Petrus vorgesehen.

Karte Frankenstraße mit dem Fahrrad – Unsere Reise


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Die Etappen

1. Etappe: Fidenza – Medesano – Fornovo Taro 35 km
Einfache Route. Übernachtung in der Fraktion Taro a Riccò im Nonnenkloster, in dem wir für 15 Euro ein Bett, Abendessen und Frühstück bekommen.
2. Etappe: Fornovo Taro – Ghiare – Berceto (850m) 37 km
Es geht entlang des Taro bis nach Ghiare auf und ab. Dort geht es dann steiler bergauf über eine Straße, die nach 13 km nach Berceto führt. Nach den ersten 4 km habe ich die Möglichkeit, meinen Proviant in einem Bar-Restaurant aufzubessern. Ich treffe hier meine Reisegefährtin Stefania. Wir übernachten im Pfarrhaus und haben freien Zugang zur Küche.
3. Etappe: Berceto – Cisa Pass (1020 m) – Pontremoli – Sarzana 76 km
Eine kleine Auffahrt über den Pass (1020m), danach geht es steil bergab Richtung Meer. Wir besuchen Pontremoli und lernen Perla und Gioa kennen, zwei freiwillige Helferinnen, die uns in der Kirche von San Caprasio, dem Schutzheiligen der Pilger Richtung Rom, willkommen heißen. Es geht bergauf und -ab bis nach Sarzana, wo wir in der Kirche San Francesco übernachten. (10 Euro)
4. Etappe: Sarzana – Luni – Massa e Pietrasanta – Camaiore – Lucca 77 km
Unter einem drückenden Himmel geht es bergab Richtung Luni, wo wir Reste römischer Siedlungen bewundern. Danach folgen wir dem Meer und nehmen die Straße nach Camaiore/Lucca. Der Reiseführer empfiehlt uns eine Abweichung Richtung Monteggiori, die eine Bergsteigerroute sein könnte. Ab Camaiore folgen wir der Hauptstraße und erreichen eine Auffahrt Richtung Montemagno auf deren Spitze uns die Gaber-Statue entgegen lacht. Wir folgen den Wegweisern Richtung Lucca und nach einigen Berg- und Talfahrten erreichen wir die Stadt. Übernachtung in einem Hostel im Stadtzentrum für 19 Euro im Mehrbettzimmer. Abendessen im urigen Gasthaus Miranda, 200 m vom Hostel entfernt.
5. Etappe: Lucca – Altopascio – San Miniato – Castel Fiorentino – Gambassi Terme 67 km
Wir verlassen Lucca auf einer ebenen Straße Richtung Capannori und Altopascio, von wo aus wir einen Feldweg einschlagen, der uns auf die antike römische Pflasterstraße und schließlich bis nach Galeno führt. Wir fahren weiter Richtung Ponte a Cappiano und Fucecchio. Eine Allee führt zu einer Auffahrt Richtung San Miniato. Diese Straße geht dann sanft bergab und wird schließlich flach. Wir fahren entlang der Sonnenblumenfelder bis nach Castel Fiorentino. Weiterfahrt Richtung „Casa Nuove“ und nach einer steilen aber kurzen Auffahrt kommen wir in einer romantischen Pfarre an, in der sich eine neues Hostel, 2 km von Gambassi Terme entfernt, befindet.
6. Etappe: Gambassi Terme – Val d’Elsa – Siena
Vom Hostel fahren wir bergauf bis nach Gambassi Terme und befinden uns nun inmitten der Hügellandschaft von Chianti. Nach weiteren Berg- und Talfahrten erreichen wir San Giminiano und folgen den Anweisungen unseres Reiseführers entlang wunderschönen Nebenstraßen bis nach Colle Val d’Elsa. Wir nehmen die Kassia, die nach Monteriggiori und zu dessen typischen mittelalterlichen Schloss führt. Wir fahren weiter nach Siena, wo wir bei Nonnen hinter der Piazza del Campo, der bereit für das Palio ist, übernachten. Wir essen um wenige Euro im Orto di Pecci, einem Lokal mit botanischem Garten, wo man noch heute nach mittelalterlichen Gebräuchen anbaut.
7. Etappe: Siena-Torrenieri – San Quirico D’Orcia – Bagno Vignoni – Radicofani
Wir verlassen die Stadt und erblicken nun die Crete Senesi und die erste Talstrecke wird zu einer langen ebenen Straße bis es schließlich wieder bergauf Richtung Torrenieri und nach 10 km nach San Quirico D’Orcia geht. Wir fahren weiter über einen Feldweg bis nach Bagno Vignoni und bewundern das Thermalbad auf dem Hauptplatz. Wir fahren über die Cassia weiter, an Gallina und Radicofani vorbei, entlang einer Straße die bis 830 m ansteigt, wo sich der Turm von Radicofani befindet, von wo aus man Aussicht auf das Val d’Orca und das Paglia Tal hat. Wir übernachten im Konvent San Giacomo und erleben sogar das Fußwäsche-Ritual. Abendessen und Übernachtung gegen Spende.
8. Etappe: Radicofani – Acquapendente – Bolsena
Wir überqueren den nicht-asphaltierten Teil der alten Cassia und passen in gewissen Momenten der Talfahrt besonders gut auf. 4 km nach Acquapendente erreichen wir die neue Cassia. Nach einer Brücke folgen wir rechts einer kleinen Straße mit einem sichbaren Schild „Via Francigena“. Wir fahren auf einen Feldweg auf der rechten Seite und an Feldern und Bauernhöfen vorbei. In San Lorenzo beginnt eine lange Talfahrt bis zum Bolsener See. Wir übernachten bei den Nonnen in der Piazza del Duomo in Bolsena. Übernachtung und Frühstück 10 Euro.
9. Etappe: Bolsena – Montefiascone – Viterbo – Capranica
Wir fahren auf der Cassia dem See entlang, am Friedhof vobei auf dem die Kriegsopfer von Commonwealth begraben liegen. Es geht über eine Abweichung zurück zur alten Cassia. Wir fahren bergab Richtung Terme di Bagnaccio und schließlich bis nach Viterbo. Wir fahren über die „Strada del Signorino“ im Tufo der Etrusker weiter. Diese Nebenstraße ist 18 km lang und führt nach Vetralla. Wir kommen schließlich in den Eichenwald des Contrafossi Tals und weiter nach Capranica, wo wir übernachten.
10. Etappe: Capranica – Sutri – Monterosi – La Storta
Zurück auf der Cassia fahren wir 5 km bergab bis nach Sutri, einem kleinen mittelalterlichen Dorf mit seinem Stadtzentrum im Felsen auf einem Gebirgsausläufer. Wir weichen von der Cassia Richtung Trevignano und den Küsten des Bracciano Sees ab und fahren schließlich bergauf bis nach Campagnano und gleich danach bergab Richtung Formello.
Frankenweg mit dem FahrradWeiterfahrt bis nach Olgiata und La Storta. Übernachtung bei den Nonnen um 10 Euro. Es fehlen noch 17 km bis Rom.
11. Etappe: La Storta – Monte Mario – Petersplatz Rom 17 km
Wir nehmen die Via della Trionfale und folgen den Wegweisern Richtung Zentrum bis wir schließlich bergauf zum Belvedere von Monte Mario fahren, das ganz Rom überschaut. Der Ausblick ist atemberaubend, vor allem für die Pilger, die die Francigena hinter sich gelegt haben. Wir fahren steil bergab bis zu Berninis Kolonade, die den Petersplatz umschließt. Ziel erreicht.

 

Fotos Via Francigena mit dem Fahrrad

Frankenweg mit dem Fahrrad

Frankenweg mit dem Fahrrad

Frankenweg mit dem Fahrrad

Frankenweg mit dem Fahrrad

Frankenweg mit dem Fahrrad


di Cicloslavisti

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