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Mit dem Fahrrad in der Bretagne am Kanal Nantes – Brest entlang

kanal Nantes Brest mit dem Fahrrad

Die Bretagne, ein bezauberndes Gebiet im nord-westlichen Teil Frankreichs, wird von einem zähen und auf seine Traditionen stolzem Volk bewohnt. Es bietet seinen Besuchern eine Radroute von Nantes nach Brest an.

Der  Radweg, vorwiegend flach (nur in der zweiten Hälfte sind ein paar einfache Steigungen), stimmt größtenteils mit dem Eurovelo 1 überein. Etwas mehr als 400 km weit, kann man im Herzen diesen Gebietes radeln und die Kenntnisse über seine Geschichte erweitern, sowie seine kulturellen, gastronomischen und sprachlichen Besonderheiten schätzen lernen.

Landkarte

Höhenprofil

Kanal Nantes-Brest Hoehenprofil

(Track GPS     –    Landkarte)

Die Bretonen, ein keltisches Volk, wurden durch die germanische Invasion in Grossbritannien gezwungen, den Ärmelkanal nach Süden zu überqueren und kam demzufolge in Massen zwischen dem fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus in dieser Region an. Das bretonische Herzogtum wurde offiziell erst 1532 in das Französische eingegliedert, aber in kultureller Hinsicht wurde es nie wirklich “erobert”. Der Roman “Les Chouans” von Balzac bietet einen Querschnitt der bretonischen Kultur zur Zeit der französischen Revolution und heute noch wird eine Sprache der keltischen Sprachfamilie von mehr als 200.000 Personen gesprochen.

Der hier vorliegende Track stimmt größtenteils mit dem offiziellen Track, der von der Website biroto.eu stammt, überein. Er ist nur etwas abgewandelt worden, um den Start von Nantes und die Ankunft in Brest zu erleichtern. Mit Ausnahme dieser beiden Städte,  verläuft die Strecke  immer an den “grünen Wegen”, parallel zu einem Kanal entlang, oder auf kleinen Landstraßen, die die bretonischen Orte miteinander verbinden. Nur für einige kurze Strecken ist es nötig, stärker befahrene Staatsstraßen zu benützen.

Der kulturelle Einflußbereich der Bretonen ist größer als das Gebiet der  heutigen “Region Bretagne”, die durch eine  verwaltungsmäßige Teilung des französischen Staates entstand.  Es umfasst auch Nantes, den Startpunkt der Radroute.  In Wirklichkeit war Nantes sogar die historische Hauptstadt des antiken, bretonischen Herzogtums. In der Tat befindet sich hier das Schloss von Anna, eine der letzten Herzöginnen der Bretagne und Symbol des Widerstandes gegen die Einverleibung in das französische Reich. Man kann Nantes mit dem Flugzeug aus erreichen oder von den wichtigsten französischen Städten mit dem Zug. Die Abenteuerlichsten können eine der Eurovelostrecken (insbesondere EV1 und EV6) nützen und direkt mit dem Fahrrad fahren.

Die Strecke, wie alle Radrouten, die am Wasser entlangführen, ist von der  Landschaft her immer angenehm. Man radelt fast immer in ruhigen Landgebieten im Schatten der Bäume, die am Wasser wachsen.
Auf der Höhe der Stadt Blain (56 km) kann man auf der südlichen Seite des Kanals das gleichnamige Schloss bewundern. Es stammt aus dem XIII Jahrhundert und wurde mehrmals umgebaut. Es ist sicherlich nicht das einzige mittelalterliche Gebäude, das man entlang der Route besichtigen kann.

Blain Schloss

Josselin (160 km) ist eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Dörfern. Dies nicht nur dank des herrlichen Schlosses der Familie Rohan, aber auch weil das ganze Dorf noch eine antike Anlage vorweist, vor allem in dem kürzlich restaurierten Dorfteil Sainte-Croix.

Nach Schlössern und Dörfern durfte eine Abtei nicht fehlen: auf der Höhe vom km 237 befindet sich die “Angenehme Ruhe”, eine Ziesterzienser-Abtei, die 1184 gegründet worden ist. Für viele Jahre ist sie dem völligen Verfall überlassen worden, aber vor kurzer Zeit ist der süd-östliche Flügel restauriert und zur Besichtigung freigegeben worden.

Diese Strecke hat nicht nur architektonische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Etwas weiter, auf der Höhe von km 268, kann man die Route verlassen und der Straße D11 nach rechts (Norden) folgen und so das weniger als 10 km entfernte Dorf Locarn erreichen. Hier, nachdem man die Fahrräder an einem sicheren Ort gelassen hat, können die Liebhaber von Wanderungen die “Gorges du Corong” (die Schlucht vom Fluss Corong) besuchen, ein aufsehenerregender Ort mit Granitblöcken, die den oben erwähnten “Sciuani” als Zufluchtsort dienten. Die Legende erzählt, daß ein Riese sich hier von kleinen  Steinchen in seinen Schuhen befreite, womit  eben die Granitblöcke gemeint waren.

Im zweiten Teil ist  der Kanal besonders gewunden und wechselt immer wieder die Richtung. Wenn man auf der Höhe von “Pont Coblant”, km 332,  nach rechts abbiegt, kommt man in wenigen Minuten in Pleyben an. Es ist ein Umweg, der sich lohnt, um eine der berühmten “enclose  paroissiaux” (umfriedete Pfarrbezirke) der Gegend zu besichtigen. Es handelt sich um eine eingegrenzte Zone, auf der sich eine Kirche, ein Beinhaus und ein Triumphtor, alles reich verziert, befinden Die berühmtesten “enclos” befinden sich in Wirklichkeit mehr im Norden, aber auch die von Pleyben ist ein herrliches Beispiel.

PleybenEinmal zum Kanal zurückgekehrt, ist man sofort im Regionalen  Naturpark  Armorique (“Aremorica”, von keltisch are-mor, “vor dem Meer”, war der antike keltische Name der Bretagne). Und nun ist es Zeit, dass man den Kanal verlässt, um den Landstraßen zu folgen, die oft an die Buchten  der Atlantikküste führen. Während man sich Brest nähert, ist es jedoch manchmal nötig, eine Staatsstraße zu nehmen, auf der man mit  viel Aufmerksamkeit fahren sollte.

So erreicht man  nach 414 km Fahrt, Brest. Von dort kann man ein Flugzeug nehmen. Sollte man hingegen noch Lust haben, in der Bretagne zu radeln, kann man dem  Kanal entlang bis zum EV1  zurückkehren, ihn in Richtung Norden einschlagen, dann dem EV 4 entlang der Küste des Ärmelkanals folgen und sogar auf der Route Véloscénie bis nach Paris gelangen. Auf diese Art kann man alle Seiten dieser bezaubernden Region bewundern.

Offizieller bretonischer Tourismusportal

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